Donnerstag, 18. Mai 2017

Protainterview zum aktuellen Buch von Jo Berger




Hallo Kleckse! 

Ich habe für euch den weiten Weg nach Berlin auf mich genommen. Denn nur so kann ich Carla aus "Ladies auf Abwegen" interviewen. Das ist mein erstes Protainterview - ich bin schon ganz aufgeregt! Werde ich mich verhaspeln? Ob meine Fragen auch interessant genug sind? Hach, ich werde es dann schon merken. So, dann gehe ich mal in´s Büro. Carla wartet schließlich schon...



Hallo! Mein Name ist Sara und ich blogge auf der Seite Tastenklecks.de.
Vielen Dank für den Termin in Ihrem Büro in Berlin, Frau Benedikt. Ist es für Sie in Ordnung, dass wir uns Duzen?

Aber sicher doch, liebe Sara. Ich bin Carla. Nimm Platz. Kaffee? Mit Milch und Zucker?

Gerne, nur mit Milch, bitte.

Dann einen Moment bitte, ich hole uns Kaffee aus der Abteilungsküche.

Carla geht aus dem Büro. Im nächsten Moment wird die Tür aufgerissen und ein Mann mit Anzug funkelt mich an.

Wer sind Sie denn?!

Sara. Sara Merzo. Ich habe einen Interviewtermin mit Carla Benedikt.

Ach ja? Und warum weiß ich davon nichts?! Eine Benedikt wird interviewt und ich als Vorgesetzter nicht? Da hört sich doch alles auf! Aber wenn Sie schon mal hier sind, stelle ich mich vor. Angenehm, Dr. Mensinger. Ich bin der Vorgesetzte von Frau Benedikt. Na los, stellen Sie mir eine Frage.

Oh, okay … Haben Sie Hobbys oder Haustiere?

Machen Sie Witze? Ich habe eine Ehefrau. Genügt das nicht? Nebenbei bemerkt könnte ich auch darauf verzichten. Und mein Hobby ist mein Beruf. Oder haben Sie schon jemals was mit Ihrem Hobby verdient? Außer natürlich, Sie stricken Mützen und verkaufen Sie auf dem Weihnachtsmarkt. So, genug der Fragen, ich habe einen wichtigen Termin, einen sehr wichtigen Termin. Und halten Sie Frau Benedikt nicht so lange auf, Zeit ist Geld!



Dr. Mensinger verlässt das Büro und lässt mich sprachlos zurück. Ich bin erleichtert, als Carla Benedikt mit zwei vollen Tassen das Büro betritt und mich anlächelt. Puh, zum Glück hab ich nicht so einen Chef wie diesen schmierigen Mensinger. Ich nehme einen Schluck Kaffee und zücke danach meinen Block mit den Fragen.



(Depositphotos_52570771)


So, liebe Sara, schieß los. Was möchtest du wissen?

Liebe Carla, wer hart arbeitet, will auch Auszeiten haben. Wo würdest du gerne Urlaub machen?

Karbibik, Seychellen, Thailand, Malediven. Ganz egal, Hauptsache, es hat Palmen und ist warm. Morgens möchte ich mir ein leichtes Sommerkleid überwerfen, fertig. Ich möchte in einer Hängematte an irgendeinem Südseestrand liegen, einen Cocktail in der Hand, und zwischen Palmen hindurch auf das Meer sehen. Das reicht mir schon.





Was willst du dieses Jahr erreichen? Hast du berufliche oder private Ziele?

Berufliche Ziele? Hier? Tja, die hatte ich mal, dann wurde die Führungsmannschaft ausgetauscht. Jetzt heißt es: Bloß nicht auffallen und ja keine Widerworte geben. Momentan stehen hier alle Jobs auf dem Spiel. Privat sieht das anders aus. Aktuell bin ich wieder Single. Mein Freund war ein übler Fremdgänger … Ja, das merkt man meistens zu spät. War keine schöne Sache. Aber ich glaube, jetzt bin ich bereit, mich wieder neu zu verlieben. Der Traumprinz hat nur noch nicht angeklopft.

Besonders in Berufen wie deinem strebt man ja eher nach Perfektionismus. Doch jetzt einmal Hand auf´s Herz: Welchen Schönheitsfehler hat das?

Na ja, ich bin Kreditsachbearbeiterin, da muss man schon genau rechnen, daher passt dieser Beruf ganz gut zu mir, glaube ich. Der Perfektionismus ist dabei Segen und Fluch zugleich. Es macht mich unruhig, wenn ich nicht jede Berechnung doppelt und dreifach geprüft habe. Ansonsten hätte ich als Schönheitsfehler noch ein birnenförmiges Muttermal auf der linken Pobacke anzubieten.

Wenn wir schon bei Leichen im Keller sind: Willst du mir irgendwas verraten?

Leichen im Keller? Habe ich eigentlich keine. Aber ich verrate dir etwas anderes: Seit Kurzem ist hier ein Typ beschäftigt, der zu dem Clan von Dr. Mensinger gehört. Blöderweise finde ich ausgerechnet ihn verdammt attraktiv.

Gibt es Dinge, die du in deinem Leben bereust?

Ja, dass ich nicht öfter meinen Mund aufmache und mir von meinem Vorgesetzten viel gefallen lasse. Anzügliche Bemerkungen und zusätzliche Arbeit zum Beispiel. Der Typ ist ein Ekelpaket! Diese gegelten Haare … Diese schmierige Lächeln … Brr, es schüttelt mich, wenn ich daran denke. Und er grapscht meiner Kollegin Susan ständig an den Hintern. Ich wette, der Typ sieht sich garantiert in seiner Mittagspause Pornos an! Ich wünschte, er würde dabei einfach mal tot vom Stuhl kippen.

Als was würdest du gerne arbeiten, wenn du noch einmal von vorne anfangen könntest und alles möglich wäre?

Hm, gute Frage. Ich glaube, ich wäre gerne Detektivin und bekäme Aufträge, Typen wie diesen Mensinger zu beschatten und zu überführen.

Hast du eigentlich Hobbys und/oder Haustiere?

Ich mache ganz gerne Sport, am liebsten im Fitnessstudio. Haustiere habe ich keine. Sie täten mir leid, denn ich habe ja einen Vollzeitjob und könnte mich nicht genügend um sie kümmern.

Wir sind schon fast am Ende des Interviews. Was hast du eigentlich heute nach der Arbeit vor?

Oh, ich treffe mich heute Abend mit meinen Freundinnen. Wir haben da so eine Idee, wie wir … Ach, ich darf ja nichts verraten. Ich sage es mal so: Wir verkleiden uns und machen ein paar witzige Fotos.

Das klingt interessant. Warum darfst du darüber nichts verraten? Du machst mich neugierig.

Okay, eines verrate ich, aber nur durch die Blume. Wenn tatsächlich alles möglich wäre, warum sollte man es nicht ausprobieren? Es hat viel mit dem Spruch auf der Postkarte zu tun, die hier am Schrank hängt. Sie ist von meinem Ex-Chef, der vor kurzem gestorben ist. Darauf steht »Die beste Zeit ist die, die du nicht geplant hast. Der beste Moment der, der aus dir heraus geboren wird.«



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Danke, Kleckse! <3